Samstag, 31.01.2026
Mit Öffis ist es unmöglich, aus dem Pfälzer Wald zum Hauptbahnhof Mannheim zu gelangen, um den ICE morgens um 6:30 zu bekommen, ohne am Vorabend schon loszufahren. So geht es also Freitag Abend nach Ludwigshafen, um bei einem Freund zu übernachten. Und wenn wir schon da sind, genießen wir gemeinsam ein – wie passend – mittelamerikanisches Menü im veganen Café Rost in Mannheim. Schöner könnte die Einstimmung kaum sein, als mit einem Tacos-Bausatz.

Das tolle Konzept des Mycelium Netzwerks ermöglicht das Café Rost und einige andere Community-basierte Leben. Und Felix hat fantastisch gekocht!
Die Nacht ist kurz, der Zug fast pünktlich, Katrin treffen wir im ICE. Mit ihr werden wir 2 Wochen unterwegs sein, bevor wir ihren Geburtstag am Strand feiern werden. Sie kennt Costa Rica bereits gut, und mit ihr hat Anja unsere Reiseroute ausbaldowert. Ich latsch eigentlich nur ahnungslos hinterher und knipse, was mir vor die Kamera flattert. Auch mal angenehm, die Planung in so sicheren Händen zu wissen.

Der letzte Flug ist schon 7 Jahre her, so ist es immer ein Abenteuer, in Frankfurt erst recht. Neuerdings kann man sogar Getränke durch die Gepäckkontrolle mitnehmen! Vor lauter Rucksack sind wir kaum zu sehen, und am Bauch tragen wir den Tagesrucksack als Handgepäck. Leider hab ich die langersehnte Tastatur im großen Rucksack, so bin ich jetzt doch wieder mit dem 2-Daumen-System eigebremst. Morgen dann 🙂

Tatsächlich war der Flug bisher sehr unspektakulär. Keine Verspätungen, alle Pässe und Papiere da, keine fiese Gepäckkontrolle… Sogar der Kaffee ist gut. Besser so, denn wenn ich hier viel zu berichten hätte, wäre das Amusement ziemlich einseitig beim Leser. Puh.

Der Blechvogel wirkt immer so klein – bis jemand daneben steht. Vielleicht sind die Leute in Südhessen auch einfach sehr klein. Aber der Vogel hat dann doch ne Spannweite von 60 Metern und wiegt, vollgefuttert, bis zu 250 Tonnen.

Auf der flachen Karte wirkt es unsinnig, über Toronto zu fliegen. Auf der Kugel ergibt es mehr Sinn. Über die USA wäre es praktischer, aber da setzen wir derzeit keinen Fuß auf den Boden. Der Flug ist lang. In den Jahren hat sich doch was getan, vor allem ist die Filmauswahl überwältigend! Die elektronisch abblenden Fenster kannte ich auch noch nicht.

Toronto empfängt uns mit zarten -15°C, also sehr gemäßigt für kanadische Verhältnisse. Vorgestern waren es noch -25°C! Hier entdecken wir schon den ersten Vogel, aber wieder nur aus Blech. „Saftlecker“ ist tatsächlich ein Vogelname.
Anja hat natürlich doch ein Federvieh erspäht, ein Star. Für Aufregung sorgt das nich nicht, nur angenehme Ablenkung, während wir die 6 Stunden bis zum Anschlussflug verdödeln müssen. Freddies würden helfen, abder die gibt es hier natürlich nicht. Daheim ist es schon tiefe Nacht, hier sagt der Körper, dass der Mond arg hell scheint. Ist halt auch noch die Sonne.

Kanadier sind ausgesprochen freundlich, höflich und hilfsbereit, und halten, was die Memes versprechen. Da kann ich verstehen, dass Menschen hierher auswandern.
Wir vertrödeln jetzt noch ein wenig Zeit und vertrauen darauf, dass unsere großen Rucksäcke umgeladen werden. Es ist hier deutlich gemütlicher und ruhiger als in Frankfurt. Aber gleich wird es vielleicht ein bisschen aufregend: wir gehen jetzt auf Jagd nach Mampf!