Freitag 20.02.2026, Cariari
Okay, der Plan war also: um 6:30 Bus zur Fähre. Und er fährt pünktlich. Die Fähre um 9 nach Puntarenas, auch kein Problem. Dort mit dem Stadtbus zum Terminal, klappt reibungslos. Mit dem großen Bus nach San Jose, nur 10 Minuten Wartezeit. Ein Taxi zu einem anderen Terminal de la Caribe, einwandfrei. Und letztlich mit einem großen Bus bis nach Cariari – da müssen wir mal ne gute Stunde warten, nutzen die Zeit zum Mittagessen, und kommen um kurz nach 5 in Cariari an, beziehen um 17:30 unser Zimmer. Fazit: 6 Verkehrsmittel, 11 Stunden unterwegs, pro Person rund 10 Euro. Und alles gut gelaufen.
Na toll. Worüber soll ich denn jetzt was schreiben?




Busse sind hier essenziell, und sie haben im Straßenverkehr absolute Priorität. Das ist deutlich spürbar. Busfahrer scheinen ein hohes Ansehen zu genießen. Mit dem Gepäck sind wir inzwischen entspannt, es scheint hier wirklich wenig zu passieren. Anfangs war ich noch etwas nervös, wenn der große Rucksack für Stunden im Gepäckraum verschwindet, und an manchem Halt draußen daran herumgewurschtelt wird. Aber ans Gepäck geht nur der Fahrer, so scheint die Regel. Passt also.
San Jose ist die einzige große Stadt, hier gibt es alles, aber woanders gibt es vieles nicht. Hier sind Unternehmen, viel Industrie, große Läden und alles Spezielle. Der Wirtschaftsgürtel zieht sich bis weit vor das Zentrum. Und wenn Leute gestresst und genervt sind, dann am ehesten hier in der Stadt.
Aus San Jose raus führt die Straße mach Nordosten durch die Berge. Es wird nass draußen, und grün. Für eine Stunde sehen wir nichts als grüne Wände rechts und links der breiten Straße. Das Gebirge teilt das Land, die Straße ist Lebensader. Ich frage mich, wie viele Leute die Strecke täglich pendeln müssen, denn in der Hauptstadt gibt es sicherlich mehr Arbeit.
Als wir ankommen, nieselt es nur etwas. Einen halben Kilometer nur laufen wir zu dem großen Hotel, in dessen Rezeption es herzlich und lustig zugeht. Es wird Domino gespielt, und gleich um Geld. Einsatz sind 100 Colones, das sind 17 Cent. Aber es sind Freunde, die hier mit Freude und viel Lachen spielen, keine Spelunke also.
Anja führt die Unterhaltung auf Spanisch, es klappt sehr gut! Das Lernen übers letzte Jahr hat sich wirklich bewährt. Kommt natürlich auch gut an, wenn man mehr als nur „Buenos Dias“ und „Gracias“ sagen kann, so wie ich. So stehe ich daneben und warte auf die Übersetzung, denn ich lerne ja weiter fleißig Norwegisch statt Spanisch 🙂
Abends schaffen wir es, in einem Grillrestaurant etwas vegetarisches zu bestellen, und es ist wirklich lecker. Novum: zum Bier gibt es Gläser. Novum 2: Die Gläser kommen aus dem Gefrierschrank, und Eiswürfel sind auch noch extra drin. Somit bleibt das Cerveza wirklich lange kalt. Bier gibt es hier nur 3 verschiedene: Imperial, Pilsen, Bavaria. Alles ist Pils. Nur manchmal gibt es was anderes von einer lokalen Brauerei. Wir trinken uns auch lieber an Batidos satt und berauschen uns an der Natur.

Morgen stehen wir noch früher auf. Um 5 Uhr fährt der Bus nach Pavona ins Nirgendwo, von wo die Boote den kleinen Fluss durch den Dschungel nach Portuguero fahren. Dort führt keine Straße hin. Da freu ich mich drauf: ein paar Tage lang kein Motorenlärm. Puh. Also jetzt schnell schlafen, sind ja nur noch 6 Stunden.