Mittwoch, 04.02.2026, Puerto Jimenez, Osa Halbinsel
Es graut der Morgen, und mir graut es davor, jetzt aufzustehen. So geht Anja alleine los und sucht den Quetzal. Immer schön die Straße hinab. Und hinter einer Kurve stehen schon 10 Autos, hinter der nächsten Kurve nochmal so viele. Dann entsprechend viele Menschen mit all den Guides, und weiter unten noch mehr Autos und Kleinbusse.
Die Guides imitieren den Ruf des Prachtvogels, die Gucker gucken. Ein Schauspiel für sich. Da! Da fliegt er flink vorbei, überraschend groß, und seine prächtigen Schwanzfedern flattern hintendrein. Und gleich nochmal zurück, flattflatt. Die Meute ist entzückt, die Guides haben die Sichtungsgarantie erfüllt und müssen den teils stattlichen Preis nicht zurückzahlen. Die Autos fahren davon zum nächsten Sichtplatz. Anja bleibt allein zurück, schlendert noch ein wenig hinab, dann wieder hinauf, und hört den Quetzal noch einmal in aller Stille rufen.
Glückselig trudelt sie zum Frühstück ein, das Katrin und ich bereitet haben. Dann geht es zügig, dwnn wir haben eine lange Fahrt mit ungewissen Busverbindungen vor uns. Wir lassen uns die Straße rauffahren zur Hauptstraße. Die führt von San Jose über den Kamm des breiten Bergmassivs bis nach San Isidro. Der Pberlandbus hat hier keine Haltestelle, aber wenn man kräftig genug winkt, hält er und nimmt einen mit.




Weiter geht es nach kurzer Verwirrung und widersprüchlichen Infos mit dem nächsten gemütlichen Reisebus bis nach Chacarita, einer Kreuzung mit Tanke, Supermarkt, Restaurant und Bar. Und Geldautomat – das ist wichtig denn wir brauchen Bares für die Tour. Welche Tour? Achso, ja, die nächsten 3 Tage werden wir durch den Dschungel wandern, durch echten Urwald.
Aber erst müssen wir bis nach Puerto Jimenez kommen, und wenn möglich nich vor 17 Uhr, denn dann schließt das Tourbüro. Wir kommen gerade rechtzeitig in das kleine Städtchen und eilen direkt zum Büro. Puh, geschafft.
Überraschend ist, dass wir wiederverwendbare Wasserflaschen kaufen müssen, und jeder 3 Liter mitnehmen sollte. Der einzige Supermarkt hat zwar brauchbare Flaschen, aber gwrn hätten wir woanders welche geholt, die wir auch mögen und gern weiterverwenden würden. Diese werden wir wohl bald verschenken.
Zeit für Bilder bleibt keine. Bis wit aus dem Supermarkt raus sind, ist es dunkel – und es donnert. Dämmerung gibt es hier wirklich keine. Das Gewitter zieht an uns vorüber, nur ein paar Tropfen machen die Luft noch schwüler. Apropos schwül: seit wir in Chacarita ausgestiegen waren, zweifle ich an dem Unterfangen. Nach dem mitteleuropäischen Winter und den kühlen Bergen sind die über 30°C regelrecht schockierend! Kein Wunder werde ich etwas dünnhäutig und reagiere schneller genervt, wenn etwas nicht klappt. Dabei organisiert Katrin wirklich klasse und lässt ihre Erfahrung voll einfließen.
Erst nach einer kühlen Dusche ist der Kopf wieder klar, und nach einem kleinen Abendessen (Reis mit Bohnen) können wir gezielt packen. Irgendwie wird mein Rucksack doch wieder schwer. Vermutlich könnte ich auch einfach mit den Klamotten auf dem Leib und genügend Sonnenschutz, Snacks und Wasser los. Aber es landen dann doch noch ein paar sinnvolle Sachen drin: Wechselklamotten, Flip-flops, Snacks, Handtuch, Hüttenschlafsack, Medikit, Snacks, Brillenputztuch, Kamera (nur mit Tele), Ladegerät, Zahnbürste, ein Spanngurt, etwas Schnur, unsere Pässe, Snacks, Deo, Mückenabwehr und ein paar Taschentücher. Und ein Regenschirm gegen die Sonne, wenn wir am 3. Tag lange an Strand entlang wandern.
Insgesamt warten rund 55 km Wanderung in 3 Tagen auf uns. Das geht eigentlich. Unbekannt ist aber, was das Klima hier mit uns macht. Für die Berge und Kälte kann ich packen, da weiß ich, was kommt und wie mein Körper reagiert. Aber hier ist zu viel unbekannt.
Wie das gewesen sein wird, wird euch ein schlauerer Uwe als der heutige schreiben. Allerdings erst in 3 Tagen. Also nicht wundern, wenn es jetzt 2 Tage kein Update gibt.
Damit es heute nicht gar so farblos endet, hier noch ein Bild des Buschverteidigers von gestern
