Sonntag, 08.02.2026, Uvita
Ausschlafen mit Klimaanlage, das ist schon Luxus. Um halb 8 haben wir endgültig ausgeschlummert. Nein, mit präseniler Bettflucht hat das wenig zu tun (hoffe ich), sondern eher daran, dass es schon 2 Stunden länger als gestern waren.
Ich spring vorfreudig zum Bäcker, um mich an der reichen Auswahl zu laben, muss aber feststellen, dass der frühe Ara die Schokocookies kriegt. Fast alles ist schon weg, und das um kurz vor 8. Kein Wunder, denn um 9 macht die Panaderia schon zu. Ein Baguette und ein paar Cookies kommen trotzdem mit.
Gestern Abend haben wir im Supermarkt Obst gejagt, so gibt es Papaya und Mango zum Frühstück, dazu Baguette mit Avocado, die leider nicht ganz reif ist. Hier kosten die Dinger aber auch kein Vermögen. Mit uns frühstücken winzige Ameisen, die den Zucker in der vermeintlich fest verschlossenen Dose in der Küche gefunden haben. Sie transportieren ihn Korn für Korn ab. Auch irgendwie niedlich.
Anja und Katrin machen sich auf zum Strand und entdecken dort unser erstes kleines Kroko. Das lag gemütlich neben der Brücke in einem Mangroven-artig bewachsenen Bach, nen guten Meter lang das Kriechtier. Wir haben Zeit, denn der Bus fährt doch nicht um 9, sondern erst um 13 Uhr. Jaja, ein zuverlässiges Portal mit allen Busverbindungen wäre ein schönes IT-Projekt für dieses Land. Fühlt sich zufällig irgendjemand aufgerufen? Hmm?
Ich nehme mir die Zeit, um die letzten 3 Tage zu verarbeiten, die hatten es durchaus in sich. Das Wandern durch den Corcovado Nationalpark bleibt wohl unvergesslich. Costa Rica ist besonders, und dieser Wald ist ein Herzstück davon.

Costa Rica ist wirklich klein, beherbergt aber 5% der Biodiversität unserer Erde. Das klingt… abstrakt. Konkreter: die Vielfalt des Lebens ist hier 250 mal so hoch wie in Mitteleuropa.
Noch anschaulicher: hier gibt es rund 250 mal so viele verschiedene Arten wie bei uns daheim. Zähl alle Baumarten auf, die Du kennst. Ergänze um all die Baumarten, die bei uns heimisch sind, und die Du nicht kennst. Und jetzt nimm die Liste 250 mal. BÄM!
Pflanzenarten im Urwald zu bestimmen geht kaum, da man ständig neue Arten entdeckt. Dito bei Insekten, Pilzen, … Das ist einfach irre und absolut schützenswert.
Wir durften das hautnah erleben, das ist ein Geschenk. Jetzt reisen wir weiter. Rechne also mal lieber mit weniger faszinierenden Bildern und Erlebnissen, zumindest was die Natur angeht.
Die Busreise ist unspektakulär, und ich bin damit beschäftigt, die Bilder der letzten Tage in den Blog zu basteln. Letztlich kommen wir in der Dämmerung in Uvita an und nehmen flink ein Taxi zur Unterkunft.

Kleine Holzhäuschen auf Stelzen säumen einen Pool. Alles voller Palmen, wir hören das Meeresrauschen, Vögelchen zischen zwischen den Blättern und rufen fremde Klänge. Ein Pärchen Aras fliegt krächzend über uns weg. Die Unterkunft ist einfach, genau wie wir es brauchen. Gut, dass „2 Schlafzimmer“ bedeuten kann, dass ein Bett einfach in der Küche steht, die gleichzeitig Wohnraum ist und die Eingangstüre direkt hineinführt, das fällt wohl unter Interpretationsspielraum. Die Mückennetz an den Fenstern (ohne Glas) sind nicht ganz dicht, über der Eingangstür ist ein fingerbreiter Spalt. Nicht schlimm, wären da keine Moskitos. Aber Katrin pinnt ihr eigenes Mückennetz fürs Bett einfach an der Hokzdecke fest, und gut ist.
Wir suchen uns eine Soda zum essen. Sodas, das sind kleine Straßenrestaurants, meist mit lokaler Küche, einer handvoll Tische und Takeaway. Meist günstig, abwechslungsreich und oft gut. Heute besonders: die quirlige Köchin singt lauthals zu den Liedern mit, die Katrin vom Salsa Tanzen kennt. Und singt richtig gut! Die dezente Verpeiltheit gibt dem Ganzen etwas Komisches, und somit wird es richtig unterhaltsam.

Danach in den Pool, noch flink duschen und ab in die Falle. Morgen wollen wir Wale finden gehen. Nicht ganz auf eigene Faust, nein, das wäre sicher vergebens. Hier sollen die Chancen gut sein, bei einer Whale Watching Tour welche zu sehen. Wer weiß, vielleicht haben wir ja Glück. Gebucht haben wir einfach an unserer Rezeption, und dann jemandem per WhatsApp geschrieben, dass wir dabei sind. Umgehend kommen die wesentlichen Infos, alles ein bisschen improvisiert, aber immer funktioniert es, und hat dazu eine menschliche Note. Herrlich anders.