Archiv des Autors: Uwe

Corcovado Nationalpark – Tag 2

Freitag, 06.02.2026, Stacion Sirena, Corcovado

Die Nacht war warm und klebrig, das Laken zum Zudecken für mich überflüssig. Ich erinnere mich an die Szene im Buch Homo Faber, in der das klebrige Herumliegen beschrieben wird. So fühle ich mich. Ohrstöpsel sind wichtig, die Nacht war nicht ruhig. Anja konnte vor lauter faszinierenden Geräuschen der Nacht wenig schlafen, allen voran Schnarchen.

Um 4:30 klingelt der Wecker, zügig machen wir uns ausgehfertig. Um 5 Uhr geht es mit Stirnlampen los. Frühstück gibt’s nach der morgendlichen Tour. Ein bisschen unheimlich finde ich es schon, denn man weiß ja nicht, was für Viechzeug jetzt unterwegs ist. Taranteln und Giftschlangen gibt es hier, und jede Menge Spinnen – der Waldboden glitzert voller reflektierender Spinnenaugen. Mit Guide Christian aber kein Problem, und bald fängt es an zu dämmern, mit dem Licht kommt Sicjerheit. An Fotos ist natürlich noch nicht zu denken dafür genügt es nicht.

Wir entdecken Frösche, die sich eng an Blätter kleben, um nicht aufzufallen. Eine Gottesanbeterin wartet auf Beute. Dicke Nachtfalter schwirren durch das Lampenlicht. Eine Fledermaus huscht um unsere Köpfe. Einen Ziegenmelker können wir kurz beobachten. Wir gehen bis zu einem Fluss, Krokos können wir aber keine entdecken. Wenn sich Gruppen begegnen, tauschen die Guides schnell ihre Entdeckungen aus, so dass es mehr zu zeigen gibt.

Morgenstimmung an der Flussmündung, ohne Krokos deutlich entspannter.

Wieder an der Station gibt es ein riesiges Frühstück, diesmal mit Hühnchen. Nicht auf dem Teller, nein, es läuft gemütlich direkt neben unserer Veranda entlang. Danach kurze Pause, und um 8:30 wieder in den Wald. Zur Ruhe kommt man nur kurz, bevor wir wieder nach Unbekanntem Ausschau halten und von Christians scharfen und geübten Augen überrascht werden.

Frühstück mit Hühnchen

Die zweite Tour führt uns an den Strand, zum ersten Mal stehen wir am Pazifik – immer gerade aus, nächster Halt Neuseeland, Australien, Papua-Neuguinea, Japan. Dreh einen Globus, oder den Erdball in Google Earth, mal so, dass der Pazifik den meisten Raum einnimmt, dann ist kaum noch Land zu sehen. Unvorstellbar weit.

Wir entdecken ein Rudel Nasenbären, das am oberen Rand des Strandes im Sand nach Futter sucht, und etliche der kleinen Krabben vernascht, die hier um unsere Füße wuseln. Ein großer Jesus Christ Lizard sonnt sich auf einem Baumstamm, mit über einem halben Meter von Kopf bis Schwanzspitze die größte Echse, die ich wild gesehen habe. Ein Tapir, der tagsüber im Schlamm schläft, und von dem wir durch das Blattwerk hindurch nur Schnauze und Öhrchen erspähen können.

Wir schauen dem Tapir beim Schlafen zu

Mittags verabschieden sich 3 Leute unserer Gruppe, sie fahren per Boot zurück. Zu siebt ist es gleich viel ruhiger und gemütlicher, vielleicht auch weil die Amerikanerin jetzt weg ist.

Spätes Mittagessen um 13 Uhr, Pause und Siesta bis 14:30, dann zum dritten Mal los. Wanderwege um Sirena Station sind breit und gut, viele Tagestouristen kommen früh per Boot und sind ab Mittag wieder weg, dann wird es schlagartig ruhiger. Wir laufen weniger, können dafür mehr Gucken. Zum Glück ist es meistens bewölkt, im Gegensatz zu gestern finde ich es regelrecht erträglich, so dass die schwelenden Kopfschmerzen verschwinden und ich spürbar klarer denken kann. Jetzt setzt auch mehr Neugierde ein.

Wir sehen einige schöne Spinnen, allen voran der Golden Orb Weaver, von dem ein Prachtexemplar die Station gegen Mücken verteidigt. Immer wieder sind Affen hoch über uns in den Bäumen. Teils neugierig schauen sie zu uns hinab (oder auf uns herab?), teils ignorieren sie uns einfach, wohlwissend, dass wir nicht zu ihnen rauf kommen.

Arachnophobie Trigger Warnung!

Golden Orb Weaver. Das kleine oben ist das Männchen. Die große Dame hat später noch eine Libelle (!) in ihrem Netz gefangen und nen Burrito draus gemacht.
Manche Fledermausarten schlafen an Bätter geheftet…
… andere schlummern tief in den Klüften der Luftwurzeln.
Der Baum dazu.

Dann große Aufregung: Das erste Freddy! Kannst du es erkennen?

Guide Christian ist klasse. Erst hat er studiert, dann mehrere Jahre lang die Ausbildung zum Guide gemacht. Jetzt ist er Freelancer und sehr viel draußen unterwegs. Das macht ihm sichtlich Spaß, er scheint seine Berufung gefunden zu haben. Er trägt viel Verantwortung für die Gruppe, insbesondere auf den langen Wanderungen. Die häufigsten Probleme sind wohl Umknicken, Hitzschlag und verdorbener Magen. Das hat er dann gut um Griff. Sollte sich jemand ein Bein brechen oder sowas, dann muss natürlich improvisiert werden, dann wird es spannend.

Zum Sonnenuntergang sind wir am Pazifik. Das Wasser ist warm wie in der Badewanne, irre. Wir entspannen, aber nicht nur die Romantik lockt uns zu dieser Tageszeit hierher. Wir warten auf den Tapir, auf dass er Lust hat, mit Einbruch der Dunkelheit aus seinem Schlammbad zu kommen. Aber leider verkrümelt er sich entweder in eine andere Richtung, oder er döst einfach noch weiter, bis die glotzenden Menschenaffen endlich vondannen gezogen sind.

Wir genießen ein ordentliches Abendessen, und – zack – ist schon wieder Schlafenszeit. Um 8 Uhr geht – klack – das Licht aus. Gut so, denn morgen steht unseren strapazierten Füßchen ein ordentlicher Marsch bevor. Gestern waren es knapp über 20km, heute insgesamt rund 15 km. Es kommt doch einiges zusammen. So holen wir uns reichlich Schlaf, diesmal sogar besseren als vorherige Nacht.

Tadaaa, Reis mit Bohnen, dazu Gemüse, Salat, und diesmal knusprig frittierte Teigteilchen. 3 mal am Tag so eine Portion hält uns bei Kräften und Laune.

Corcovado Nationalpark Tag 1

Donnerstag, 05.02.2026, Stacion Sirena, Corcovado

Wir haben Urlaub, um 4:30 klingelt der Wecker. Morgens. Opfer müssen eben erbracht werden für tolle Erlebnisse. Treffpunkt um 5 vor der Bäckerei, es ist noch dunkel. Die ist überraschend voll und hat eine tolle Auswahl. Das meiste kenne ich gar nicht, also werden einfach 2 süße Sachen probiert, während Anja einen Tee und Katrin einen Kaffee schlürfen.

Mehrere Gruppen starten hier, Jeeps und Guides warten. Es ist schnell erkennbar, wer auf Tagestour geht, und wer 55 km durch den Urwald wandern will. Gepäck und Leute in die Jeeps, der Guide meint beim Einladen meines Rucksacks: „Too heavy!“ Ich versuche ihn zu beruhigen, dass ich das gewohnt bin, und da ja 3,5 Liter Wasser drin sind… „Too heavy!“ Jetzt ist es eh nicht mehr zu ändern, also los geht’s. Aber etwas nachdenklich bin ich schon.

Wir fahren raus aus Puerto Jimenez, dann in eine unbefestigte Seitenstraße. Am Ende geht es in ein breites Flussbett, das zur Regenzeit sichtlich viel Wasser führt, jetzt jedoch großteils trocken ist. Überall wachsen Pionierpflanzen, oder eben die, die es mögen, ein halbes Jahr lang abzusaufen und dann neu auszutreiben. Wir sehen Ibise und Löffler, genießen die holprige Fahrt, die überraschend lange dauert.

Um kurz vor 7 sind wir da, der zweite Jeep mit Gästen und unserem Guide Christian kommt auch bald. Wir sind 10 Leute, 2 Tschechen, 2 Franzosen, eine Amerikanerin, ein Ire und Schweizerin, und wir. Es bleibt bei einer sehr kurzen Vorstellung, wir wollen ja schließlich laufen, nicht quatschen. Hui, jetzt wird es abenteuerlich!

Wandering Palm – der Baum kann wirklich laufen. Nur 1-2 cm pro Jahr, aber doch genug, um sich zu lichteren Flecken zu bewegen.

Ein schmaler, sehr guter Pfad führt durch das Dickicht. Es ist trotz Trockenzeit leicht matschig, Wurzeln machen den Weg holprig. So stolpern wir schnell, wenn wir in die Gegend schauen. Aber Wow! So grün und groß und vielfältig ist das alles hier!

Während ich ahnungslos auf das viele Grün starre, entdeckt Christian viele Kleinigkeiten und erzählt uns was dazu. Pflanzen, deren Blätter wie Klett an der Kleidung haften. Würgefeigen, die an anderen Bäumen hochwachsen, sie komplett einverleiben und töten. Blattschneiderameisen mit riesigen Bauten und Straßen voller wackelndwandernder Blätter.

Wir scherzen unwissend, dies sei wohl eine Treppe für Affen – und tatsächlich heißt diese Liane Monkey Stairs

Mehrmals geht es durch Bäche, dann heißt es Schuhe und Socken aus, durch das kühle, klare Wasser, und wieder rein in die Schuhe. Nass ist eh bald alles, dann sind auch nasse Füße egal. Die Klamotten kleben eh schon am Leib.

Wir sehen: 4 Affenarten: Brüllaffen, Kapuzineraffen, Klammeraffen, Totenkopfäffchen (kennen wir von Pippi Langstrumpf). Vögel, Frösche, Minifrösche am Bach, Echse, Kröten. Libelle mit gelben Punkten, die schwirren wie Helikopter. Überall Ameisen. Aras. Tukan. Termitennester und -straßen. Walking (wandering?) Palm. Pecari, das hiesige Wildschweinsurrogat.

Die Brüllaffen sind nicht so erfreut heute, sie machen Drohgebärden, schlagen sich mit ihren langen Armen unter die Achseln und brüllen dabei. Oder ist es eine Aufforderung, das Deo aufzufrischen? Wundern würde es uns nicht.

Im Primärwald, also Urwald, ist alles riesig, dicht, vielfältig. Es gibt kaum Licht, nicht einmal GPS. Alles ist feucht, aber trieft nicht. Es hat über 30°C und ist schwül wie im Dampfbad. Elektronik macht keine Probleme, auch die Linsen von Kameras und Fernglas bleiben sauber, da hatte ich mehr Sorgen als nötig.

Würgefeige beim Erwürgen. Software-Architekten kennen ja das Strangler Fig Pattern, hier live in allen Stadien zu beobachten.

Es geht mal leicht bergauf, mal bergab, aber es gibt keine nennenswerten Andtiege, keine Hügel. Mit dem Rucksack geht es gut – aber die Wärme! Am Ende habe ich über 5 Liter getrunken, war aber nur einmal den Wald mit Stickstoff versorgen. Wüste und Regenwald sind also gar nicht so verschieden.

Die Erdschicht ist so dünn, dass viele Bäume Luftwurzel ausbilden. An diesen komplexen Stützstreben kann ich mich nicht sattsehen.

Die letzten paar Kilometer führen durch Sekundärwald, der Übergang ist sehr plötzlich. Früher lebten hier rund 170 Menschen, bis der Staat sie reichlich ausgezahlt hat, um sich ein gutes anderes Zuhause suchen zu können. Bereits 50 Jahre ist die Gegend um die Station Sirena unberührt, aber es macht trotzdem einen riesigen Unterschied!

Urwald, einmal gestört und zerstört, braucht Ewigkeiten. Da Urwald direkt nebenan ist, und die Fläche am Sekundärwald nur einige Quadratkilometer beträgt, wäre hier vermutlich in einigen hundert Jahren der Unterschied verschwunden. Ist kein Urwald in der Nähe, oder wandern fremde Pflanzen und Tiere ein und machen sich breit, braucht es wohl abertausende von Jahren. Ist die Erde erst einmal weggewaschen, noch einmal länger.

Der Common Black Hawk sitzt entspannt auf dem Geländer der Veranda. Noch. Er passt auf, dass sich hier alle bemehmen.

Kurz vor 17 Uhr sind wir an der Station Sirena. Diese ist überraschend groß und sehr gut organisiert. Dutzense Leute arbeiten hier als Küchenkräfte, Putzmannschaft, Hausmeister, Techniker. Die meisten Guides sind Freelancer, die von den Büros engagiert werden, oft sehr spontan. Die Zahl der Guides erkennt man am Parkplatz der Spektive zur Mittagszeit.

Alles ist total offen gebaut, Fenster mit Glas gibt es keine, wie in den meisten Häusern Costa Ricas auch. Wir bekommen einen frischen, kalten Fruchtsaft und dürfen kurz die Füße hochlegen. Überraschenderweise gibt es WLAN, daher gab es ein paar Nachrichten aus dem Nirgendwo.

Katrin ist jetzt zum vierten Mal hier an der Station Sirena und beschreibt es wie Heimkommen, hier fühlt sie sich wohl. Wundervolle Natur, prima Klima, chilliges Leben und viel zu entdecken. Die Station hat sich über die Jahre ganz schön entwickelt, beim ersten Mal in 2008 waren es nur Matratzen auf dem Boden mit Mückennetz drüber. Selbst kochen war angesagt, Internet gab es natürlich auch nicht. Man durfte auch ohne Guides hierher, jetzt darf man ohne Guide nicht von der Station weg.

Sie macht auch gleich ihren Bat Detector klar und sammelt Fledermausarten anhand deren Rufe per App. Letztlich werden es 3 oder 4 – recht wenig. Aber das lieht auch daran, dass wir nachts nicht ohne Guide raus dürfen, schon gar nicht in Flip-flops: giftige Schlangen, die gern in die Knöchel beißen, bringen jeden schnell vom Wumsch ab. Außerdem wird nachts vieles wach, was tagsüber schläft. Das soll nicht gestört werden.

Dann Lager beziehen, Doppelstockbetten mit Mückennetz. Die Matratze ist in Plastik eingepackt, dann Stoff drüber, so schimmelt nichts. Ein einfaches Laken zum Zudecken genügt völlig.

Endlich eine Dusche (warmes Wasser ist überflüssig), dann essen: Reis mit Bohnen und Spaghetti, Gemüse und Salat. Uwe lernt: Scharfe Soße ist scharf. Don’t mess with Chili in Middle Americas. Jetzt sitzt ich da und schwitze noch extra! Aber von einem Inder habe ich gelernt, dass die Schärfe die Durchblutung an der Hautoberfläche fördert und der Körper damit mehr Wärme abgibt, so also die Kerntemperatur gut senken kann. Es ist lecker und reichlich. Ich habe noch literweise getrunken.

Kurz vor 8 Uhr sind wir im Bett, denn pünktlich um 8 gehen alle Lichter aus. Klack dunkel, kein Strom mehr. Nur Zikadenkonzert, Waldtiere, und das zarte Schnarchen der Leute um uns herum.

Gute Nacht

Nach Corcovado

Mittwoch, 04.02.2026, Puerto Jimenez, Osa Halbinsel

Es graut der Morgen, und mir graut es davor, jetzt aufzustehen. So geht Anja alleine los und sucht den Quetzal. Immer schön die Straße hinab. Und hinter einer Kurve stehen schon 10 Autos, hinter der nächsten Kurve nochmal so viele. Dann entsprechend viele Menschen mit all den Guides, und weiter unten noch mehr Autos und Kleinbusse.

Die Guides imitieren den Ruf des Prachtvogels, die Gucker gucken. Ein Schauspiel für sich. Da! Da fliegt er flink vorbei, überraschend groß, und seine prächtigen Schwanzfedern flattern hintendrein. Und gleich nochmal zurück, flattflatt. Die Meute ist entzückt, die Guides haben die Sichtungsgarantie erfüllt und müssen den teils stattlichen Preis nicht zurückzahlen. Die Autos fahren davon zum nächsten Sichtplatz. Anja bleibt allein zurück, schlendert noch ein wenig hinab, dann wieder hinauf, und hört den Quetzal noch einmal in aller Stille rufen.

Glückselig trudelt sie zum Frühstück ein, das Katrin und ich bereitet haben. Dann geht es zügig, dwnn wir haben eine lange Fahrt mit ungewissen Busverbindungen vor uns. Wir lassen uns die Straße rauffahren zur Hauptstraße. Die führt von San Jose über den Kamm des breiten Bergmassivs bis nach San Isidro. Der Pberlandbus hat hier keine Haltestelle, aber wenn man kräftig genug winkt, hält er und nimmt einen mit.

Auf rund 2500 m
Nur noch auf 1500 m
Im Tiefland angekommen
Die Flüsse lassen vermuten, wie viel Wasser sie zur Regenzeit führen

Weiter geht es nach kurzer Verwirrung und widersprüchlichen Infos mit dem nächsten gemütlichen Reisebus bis nach Chacarita, einer Kreuzung mit Tanke, Supermarkt, Restaurant und Bar. Und Geldautomat – das ist wichtig denn wir brauchen Bares für die Tour. Welche Tour? Achso, ja, die nächsten 3 Tage werden wir durch den Dschungel wandern, durch echten Urwald.

Aber erst müssen wir bis nach Puerto Jimenez kommen, und wenn möglich nich vor 17 Uhr, denn dann schließt das Tourbüro. Wir kommen gerade rechtzeitig in das kleine Städtchen und eilen direkt zum Büro. Puh, geschafft.

Überraschend ist, dass wir wiederverwendbare Wasserflaschen kaufen müssen, und jeder 3 Liter mitnehmen sollte. Der einzige Supermarkt hat zwar brauchbare Flaschen, aber gwrn hätten wir woanders welche geholt, die wir auch mögen und gern weiterverwenden würden. Diese werden wir wohl bald verschenken.

Zeit für Bilder bleibt keine. Bis wit aus dem Supermarkt raus sind, ist es dunkel – und es donnert. Dämmerung gibt es hier wirklich keine. Das Gewitter zieht an uns vorüber, nur ein paar Tropfen machen die Luft noch schwüler. Apropos schwül: seit wir in Chacarita ausgestiegen waren, zweifle ich an dem Unterfangen. Nach dem mitteleuropäischen Winter und den kühlen Bergen sind die über 30°C regelrecht schockierend! Kein Wunder werde ich etwas dünnhäutig und reagiere schneller genervt, wenn etwas nicht klappt. Dabei organisiert Katrin wirklich klasse und lässt ihre Erfahrung voll einfließen.

Erst nach einer kühlen Dusche ist der Kopf wieder klar, und nach einem kleinen Abendessen (Reis mit Bohnen) können wir gezielt packen. Irgendwie wird mein Rucksack doch wieder schwer. Vermutlich könnte ich auch einfach mit den Klamotten auf dem Leib und genügend Sonnenschutz, Snacks und Wasser los. Aber es landen dann doch noch ein paar sinnvolle Sachen drin: Wechselklamotten, Flip-flops, Snacks, Handtuch, Hüttenschlafsack, Medikit, Snacks, Brillenputztuch, Kamera (nur mit Tele), Ladegerät, Zahnbürste, ein Spanngurt, etwas Schnur, unsere Pässe, Snacks, Deo, Mückenabwehr und ein paar Taschentücher. Und ein Regenschirm gegen die Sonne, wenn wir am 3. Tag lange an Strand entlang wandern.

Insgesamt warten rund 55 km Wanderung in 3 Tagen auf uns. Das geht eigentlich. Unbekannt ist aber, was das Klima hier mit uns macht. Für die Berge und Kälte kann ich packen, da weiß ich, was kommt und wie mein Körper reagiert. Aber hier ist zu viel unbekannt.

Wie das gewesen sein wird, wird euch ein schlauerer Uwe als der heutige schreiben. Allerdings erst in 3 Tagen. Also nicht wundern, wenn es jetzt 2 Tage kein Update gibt.

Damit es heute nicht gar so farblos endet, hier noch ein Bild des Buschverteidigers von gestern

Kein Quetzal, aber…

Dienstag, 03.02.2026, Jaboncillo, Parque Nacional Los Quetzales

Ein sonnenschöner Morgen erwartet uns, fast strahlendblauer Himmel. Wow. Die Nacht war frisch, und so machen wir uns zm Frühstück heißen Tee und Kaffee, dazu frische Ananas und mehr. Heute wollen wir den Quetzal finden, den sagenumwobenen Göttervogel. Der hat uns hierhergebracht. Um es nicht allzu spannend zu machen, hab ich’s ja in der Überschrift schon verraten. Aber. Aber das „Aber“, das uns entschädigt… huiuiui!

Wir haben Tipps gesammelt, wo wir den Quetzal sehen könnten. So laufen wir die einzige Straße hinab ins Tal. Dort ist irgendwann Sackgasse – bis dahin laufen wir nicht, aber so hält sich der Verkehr in Grenzen. Von der Straße aus sehen wir mehr als von einem Waldpfad, und die blühenden Gärten locken viele Vögelchen an. So geht es langsam voran, gibt ja viel zu sehen.

Ein Schild warnt Autofahrer vor vogelbeobachtenden Touristen auf der Straße
Maracuja vom Wegesrand

Eine Hecke aus Engelstrompeten gibt es bei uns daheim eher nicht. Auch sonst stehen hier viele Blüten und Pflanzen einfach in der Gegend herum, die wir daheim vom Blumenstrauß oder Gartenmarkt kennen. Ich komm damit noch immer nicht ganz klar, denke immer, die erfrieren doch im Winter…

Einige Dutzend Vogelarten können wir sichten und bestimmen. Mit den vielen Schmetterlingen fangen wir gar nicht an uns zu beschäftigen. Und dann taucht dieser kleine Drache am Wegesrand auf. Wir sehen über den Tag verteilt ein paar kleine Echsen, und alle haben auffällig aufgestellte Schuppen, ganz anders wie die Eidechsen bei uns daheim.

Die Ortsbeschreibungen sind alle sehr vage. Selbst mit vorgehaltenem Google Maps ist es schwierig, klare Ortsangaben zu bekommen. Nach etwas über 5km finden wir einen Künstler, der unheimlich schöne Quetzals auf alles Mögliche malt. Den fragen wir – und erfahren, dass wir schon viel zu weit sind. Etwa 3km zu weit. Hmja. Also drehen wir rum und stapfen die Straße wieder rauf.

Inzwischen steht die Sonne hoch, und wir kehren in ein Restaurant ein. Angelockt wurden wir von Hummingbird Feeder, also kleinen Tränken für Kolibris. Und das lohnt sich! Total verzückt kommen wir kaum zum Essen, denn ständig kommen neue kleine schwirrende Flitzevögelchen zum Trinken. So erleben wir, warum sie „Humming“-birds heißen, denn sie summen und brummen beim Fliegen richtig schön.

Gestärkt geht es weiter. Die Straße ist teils sehr steil. Wer mit unserer Auffahrt daheim Probleme hat, sollte hier nicht entlang. Irre, wie kleine LKWs und Busse das meistern, sowohl Mensch als auch Maschine haben da einiges zu tun.

Ja, ist echt steil teilweise!

Den Quetzal sehen wir nicht, aber eine ganze Liste anderer Vögelchen. Anja wird gegen Ende wohl eine Liste zusammenstellen. Natürlich führt sie genau Buch, welche Arten wir sicher bestimmen konnten.

Statt des letzten Teils der Straße versuchen wir einen Pfad durch den Wald. Der Tapir lässt uns vermuten, dass der Pfad in der Nähe unserer Unterkunft herauskommen müsste, denn da ist eine Lodge mit diesem Logo. Aber ob das stimmt?

Mehr Flechten als Holz
Der Wald lässt sich wirklich Wirklich nicht mit dem Handy fotografieren.

Es geht einen kleinen Bach entlang, der Pfad ist schmal und anspruchsvoll, aber gepflegt und oft begangen. Sehr überraschend finden wir Tisch und Bänke aus Stein, fernab der Straße. Es ist heute doch gut warm geworden, und so wärmen wir das ziemlich kalte Wasser mit unseren überhitzten Füßen.

Allmählich bekomme ich einen Blick für das viele Grün, die zahllosen Blattformen, die wilden Strukturen, die tausend Details. Und so wird der Wald mit der Zeit immer schöner, je länger wir darin laufen.

Wer da wohl wohnt? Tapfere schaffen es, mit dem Unwissen weiterzuleben, statt übermütig der Neugierde freien Lauf zu lassen.

Nachmittags zieht es zu. Wir haben noch bei Sonnenschein auf unserer Veranda schön Pause gemacht, bevor es nochmal losgeht, diesmal zu 2 Wasserfällen. Irgendwie ist das Wort „Wasserfall“ ziemlich langweilig, typisch deutsch beschreibt es die Fakten. Im Norwegischen ist das ein „Foss“, schön lautmalerisch. Spanisch steht dem in nichts nach, nennt das fallende Wasser „Catarata“. Klingt auch schön. Und sag das 10 mal hintereinander!

Auf dem Weg dorthin hören wir einen Bell Bird singen. Der Klang ist unverwechselbar, aber leider können wir ihn nicht entdecken. Er klingt regelrecht elektronisch, wie eine alte Türklingel, oder ein Signalton von einem Gerät. Ein Freddy finden wir auch hier nicht, aber das war zu erwarten. Vielleicht morgen.

Die Lodge, welche die Wege zu den Cataratas pflegt, hat viele blühende Büsche und Sträucher gepflanzt, welche Kolibris anziehen. Nochmal die kleinen Summvögelchen! Verzückt und verzaubert bestaunen wir die kleinen Wuselflieger, wie sie unfassbar agil und schier unermüdlich durch die Lüfte zischen.

Unermüdlich? Nicht ganz. Da sitzt dann doch mal einer minutenlang still, verteidigt vehement seinen Busch gegen alle Eindringlinge, putzt sich zwischendurch und lässt sich derart wunderbar ablichten, wie ich es mir nicht hätte träumen lassen! An den Futterstellen wuseln ein Dutzend Kolibris, mindestens 5 verschiedene Arten, umeinander, wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Ein Nickerchen muss auch mal sein
Der tapfere Buschverteidiger plustert sich auf, um sich zu putzen

Morgen fahren wir weiter, ins warme Tiefland. Schade irgendwie. Die Berge sind wirklich besonders. Hier, zwischen 2000 und 3000 Metern über dem Meer, ist eine Artenvielfalt, wie ich sie noch nicht erlebt habe. Die steilen Hänge, das viele, klare Wasser, die Wolkenspiele, und die vielen Kolibris. Unser kleines Häuschen und die Leute, die auch jeden Touri grüßen.

Aber wir haben ja noch was vor. Und vermutlich werde ich auch den nächsten Reisezielen mit viel Staunen begegnen dürfen.

Anja will ganz früh nochmal nach dem Quetzal schauen gehen. Ob ich es schaffe mitzukommen, weiß ich noch nicht. Jetzt ist 21 Uhr und wir gehen schlafen, so dass wir um kurz nach 5 wieder aus den Federn kommen. Ist eh wieder kühl geworden, und der Ofen ist ja kaputt, also gibt es keinen Grund, noch wach zu bleiben.

Draußen leuchten unzählige Sterne, ein gigantischer gelber Nachtfalter will durchs Fenster rein, draußen heult ein Rudel Tiere, die wir nicht kennen, ein Frosch quakt wie ein klingelndes Telefon. Auch das legt sich, und alles wird ruhig. Gute Nacht.

Zum Parque Nacional Los Quetzales

Montag, 02.02.2026, Jaboncillo, Parque Nacional Los Quetzales

Irgendwann um 4 Uhr nachts fährt jemand mit extra lauter Hupe durch die Stadt. Muss irgendein Idiot sein, der nicht mitgekriegt hat, dass alle anderen schon schlafen gegangen sind. Im Dreiviertelschlaf verfluche ich den Kerl. Erst beim Frühstück geht mir auf, dass das der Zug war! Die Bahnübergänge haben keine Schranken, daher wird per brachialer Lautstärke für Sicherheit gesorgt.

Der Jetlag lässt uns früh aufwachen, das ist auch mal praktisch. Kühle 16 Grad hat der Morgen, wir frühstücken mit Pullover und Jacke – es gibt im Hostel kein geschlossenes Drinnen, alles ist offen. Das ist gut, denn Dauerlüften ist bei dem Klima schlicht nötig. Aber heute ist es doch frisch.

Katrin muss nochmal los, um ihre Zeit nach ihrem Geburtstag zu organisieren. Anja und ich laufen zum  Bushalteterminal und versuchen, 3 Tickets zu ergattern. Anja radebricht mit ihrem Duolingo-Spanisch, denn die Dame am Schalter spricht kein Englisch. Es gibt etwas Verwirrung und Aufregung, denn die Zeit läuft. Fast hätten wir noch schnell zu einem anderen Terminal gemusst, aber wir kriegen es raus und haben Tickets. So ganz stimmt das doch nicht, dass man hier mit Englisch super durchkommt! Mehrmals schon wären wir ohne Spanisch nicht oder nur sehr umständlich weitergekommen.

Der Bus ist sehr gemütlich, die Fahrt auch. Die Straße aus San Jose ist voll, es reihen sich kleine Häuschen an Autowerkstätten an Einkaufscenter (inklusive H&M!) an kleine Restaurants an Wellblechbarracken. Alles sieht abgenutzt und verbraucht aus. Alles? Nein, zwischendrin steht ein sauerster KFC, auch die anderen großen Ketten haben ihren internationalen Standard und stechen heraus.

Es geht stets bergauf, bald im Nebel. Die Botanik ist eine grüne Wand aus fremden Pflanzen. Es mehren sich Pflanzen, die auf Pflanzen wachsen, die auf Pflanzen wachsen. Riesige Farnwedel ragen aus dem Gesträuch, die Bäume rasieren sich nicht und tragen dicke Flechten als Bärte. Urig sieht das aus im dichten Wolkennebel.

Nach einer Stunde Fahrt macht der Bus Pause bei Läden, die Passagiere kaufen Kaffee, Erdbeeren und was der Laden alles hergibt. Wir kaufen Obst: Mango und Ananas werden uns die nächsten Tage versüßen. Dazu getrocknete Bananen, eingeschweißt sind sie lange haltbar. Sie sind nicht ganz getrocknet wie Bananen chips und echt lecker.

Endlich kommen wir an, am Abzweig nach Quebrador lässt uns der Busfahrer raus. Abgeholt werden wir von einem alten Pickup, Katrin fährt auf der Ladefläche mit den Rucksäcken mit. Langsam geht es die sehr steile, holprige Straße hinunter. Es gibt hier zwar keine Lebensmittel mehr zu kaufen, aber 3 Restaurants und eine kleine Pizzeria. Verhungern werden wir sicher nicht.

Unser Casa 1 ist herrlich! Wir gönnen uns Tortillas mit Bohnen Matsch auf der Terrasse mit dem wundervollen Ausblick und genießen die Ruhe. Nur der kleine Fluss rauscht tief unten, und ein paar Vögel rufen. Da sind auch schon die Kameras und Ferngläser draußen und wir werden schnell wieder aktiver.

Der erste Kolibri im Kasten!

Es ist früher Nachmittag, wir wollen noch was erleben, Runter zum Fluss führen kleine Pfade, wir laufen eine herrliche Runde. Für die 4 km brauchen wir 2,5 h, es gibt einfach wundervoll viel zu entdecken! Alles ist fremd, artenreich, eindrucksvoll. Da wir hier auf rund 2500m sind, also 500m unter dem Bergrücken, haben wir keinen Wolkennebel und sogar etwas Sonne. Es ist angenehm warm, und so können wir uns alle Zeit nehmen, um den Wunderwald an diesen steilen Hängen zu bestaunen.

Selbst Erfahrensten lokale Botaniker können hier oft nur die Gattung der Pflanzen bestimmen, selten die Art. Es gibt einfach unglaublich viele Pflanzenarten! Moose und Flechten wachsen dick und dicht auf allem, sogar auf Blättern. Ohne Pfad gäbe es kein Durchkommen.

Es klappt einfach nicht, diese dichte, vielfältige Vegetation zu fotografieren. Die Bilder sind einfach unstrukturiert grün, das erspare ich dem verwöhnten Leser. Ein paar Vögel konnten wir auch entdecken, sogar fotografieren und bestimmen. Die Bilder krieg ich heute aber nicht mehr aufs Handy rüber.

Ruhe, endlich. Aber auch frisch wird es mit der schwindenden Sonne. In 3 Tagen werden wir uns danach zurücksehnen (außer Katrin, die mag es heiß), aber jetzt wird es doch ganz schön kühl. Wir packen uns gut ein und gehen in einem kleinen, sehr gemütlichen Restaurant essen. Dort bringen wir auch in Erfahrung, wo man den Quetzal am besten sehen kann. Um diesen zu sehen sind wir hergekommen. Klar, ist alles andere hier auch schön, aber dieses Vögelchen ist so besonders, dass es diesem Nationalpark sogar seinen Namen gab.

Zurück in unserem Casa stellen wir ernüchtert fest, dass der kleine Elektroofen nicht funktioniert. So gibt es noch nen Tee, der uns beim Pläneschmieden und Blogschreiben etwas wärmt.

Morgen wollen wir früh raus und einige Kilometer wandern. Entlang der Straße werden wir vermutlich mehr Natur entdecken als vom Wanderpfad aus, denn der Wald ist einfach sehr dicht, so dass man nur wenige Meter weit gut sehen kann. Ein Freddie haben wir noch immer nicht entdeckt, die verirren sich wohl auch nicht in die Berge oder in die Großstadt. Da müssen wir noch ein wenig Geduld haben.

Jetzt sind die Füße kalt, der Bauch voll, der Kopf müde und die Hoffnung groß. Wünsch uns Glück!

San Jose

Sonntag, 01.02.2026, San Jose

Man soll den Flug nicht vor der Ankunft loben. Bald sollte es ans Boarden gehen, da musste das Flugzeug nochmal in die Wartung. Letztlich waren es fast 2 Stunden Verspätung. Eigentlich okay, nur nicht, wenn man schon so lange unterwegs ist. Aber immerhin kommen wir schön vom kalten kanadischen Boden los und bewegen uns von -20°C zu +20°C

Ein bisschen Schlaf können wir finden. Allmählich macht sich aber die Erschöpfung bemerkbar. Klar denken und artikulieren wird immer schwieriger, manchmal unfreiwillig lustig.

Die Landung ist holprig, böige Winde schubsen uns hin und her. Während wir in der langsamsten Passkontrolle der Welt, zumindest in unserer Schlange, darauf warten, endlich die Flughafenwelt verlassen zu dürfen, chattet Katrin mit unserem Taxifahrer, der uns bald sicher ins Hostel bringt. Dort fallen wir ins Bett und knacken schnell weg, nach 28 Stunden Anreise auch kein Wunder.

Morgens sind wir brauchbar fit und bestaunen das coole Hostel! Im T-Shirt draußen sitzen fühlt sich noch total falsch an. Das Frühstück, Reis mit Bohnen, schmeckt und der Kaffee bringt uns allmählich ins Leben zurück.

Heute wollen wir durch San Jose schlendern. Also los, und bald schon sehen wir unseren ersten, wenn auch für heute einzigen Kolibri! Was für ein winziges Flitzefedervieh pfeift pfeilschnell durch die Luft!

Wer daheim noch seinen Ficus pflegt, sollte hier mal einen ausgewachsenen Baum sehen! Da tun mir die Bäumchen im Topf richtig leid.
Wächst hier einfach draußen als großer Busch mit 2 Dutzend Blüten

Katrin wird ein wenig nostalgisch, als wir an ihrer früheren Wohnung vorbeikommen und eine Runde um die Uni drehen, an der sie ein Jahr lang studiert hat. Das Gelände gleicht einem botanischen Garten, und ich denke die ganze Zeit, dass wir bald zum Ausgang raus in die Kälte müssen. Dass es hier so angenehm warm ist, passt noch nicht zum persönlichen Jahreszeitgefühl.

Die Stadt hat wirklich fast keine schönen Häuser. Und wenn, dann sind sie dick in Zäune und Gitter eingepackt, Lücken sind mit NATO-Draht gestopft.  Schön sind hingegen einige Graffiti. Und gerade jetzt stelle ich fest, dass die beiden, die ich am tollsten fand und fotografiert habe, vom selben Künstler sind!

Die Straßenränder und Vorgärten sind bepflanzt mit Arten, die daheim nur im Wohnzimmer stehen können. Eine Monstera klettert hier auch mal 15 m nen Baum rauf oder bildet ein riesiges Gebüsch – dabei sind das alles lediglich gepflegte Anlagen. Bin gespannt auf den Wald und Jungel! Sogar hier gab es Termitennester oben in den Kronen, und auf dem Gehweg haben Blattschneiderameisen bunte Schnipsel von Bättern, Blüten und weißnichtwasalles transportiert.

Das kleine vegane Café Puralma mit exquisitem Snickers-Ersatz und feiner Matcha-Latte bietet uns Pause. Katrin berichtet, dass das Viertel, in dem sie vor 20 Jahren während des Studiums gewohnt hatte, inzwischen voller hipper Bars und Cafés ist. Gentrifizierung findet auch hier statt.

Wir gehen in die Innenstadt, die Fußgängerzone entlang jagen wir eine SIM-Karte. Straßenverkäufer haben ihre Waren auf einer Decke auf dem Boden, und packen schnell alles ein, wenn die Polizei vorbeikommt. Irgendwie sehen alle Frauen, die so Socken verkaufwn, nicht nur gleich aus, sondern haben auch die gleiche Stimme. Seltsam. Als ein Schauer kommt, macht die Frau mit dem Bündel Regenschirmen ihr Tagesgeschäft. Irre.

Eigentlich wollten wir Märkte besuchen, aber der eine hat wegen Wahltag zu, der andere hat Sonntags eh gescglossen. So beobachten wir das bunte treiben vom 1. Stock eines Restaurants aus, in dem wir einen Fruchtshake schlürfen. Es ist wirklich keine sonderlich sehenswerte Stadt, deshalb gibt’s davon auch keine Bilder.

Okay, doch 2 Bilder. Verrückt finde ich den Kontrast zwischen Alt und Neu. Aber wegen der Stadt braucht man nicht herkommen.

Auffallend war der Verkehr mit viel Hupen und Fahnengewedel. Heute wurde der neue Präsident des Landes gewählt, und da kommen die Ticos, wie sich Costa-Ricaner selbst bezeichnen, ganz schön ins Feiern. Noch während der Wahl wurde es immer mehr. Derzeit wird ausgezählt, und auf den Hauptstraßen ist Ausnahmezustand. Am Straßenrand immer wieder Verkäufer mit Fahnen aller Größen sowie – oh Graus! – Vuvuzelas. Bin gespannt, wie erst gefeiert wird, wenn das Ergebnis feststeht. Lustig finde ich ja, dass die Deutschen nur dann derart feiern können, wenn sie Fußballweltmeister werden.

Die Wolken hängen tief heute. Einer der umliegenden Vulkane deutet sich nur undeutlich an, der Rest der Landschaft bleibt verborgen. Morgen geht es mit dem Bus rauf auf 3000 m, da werden wir hoffentlich ein paar Ausblicke genießen können.

Ich freu mich auf den Kontrast. Die Anreise war laut und stets voll von Menschen, Gerüchen und viel zu vielen Eindrücken ohne Ruhemöglichkeit. San Jose und das Hostel sind da nicht viel anders. Auch wenn Anja mir versichert, dass Hanoi permanent so sei wie hier die feiernden Autokorsos, reicht es mir bereits. Ein paar Stunden Busfahrt, dann sind wir raus aus dem Trubel. Endlich.

Abflug

Samstag, 31.01.2026

Mit Öffis ist es unmöglich, aus dem Pfälzer Wald zum Hauptbahnhof Mannheim zu gelangen, um den ICE morgens um 6:30 zu bekommen, ohne am Vorabend schon loszufahren. So geht es also Freitag Abend nach Ludwigshafen, um bei einem Freund zu übernachten. Und wenn wir schon da sind, genießen wir gemeinsam ein – wie passend – mittelamerikanisches Menü im veganen Café Rost in Mannheim. Schöner könnte die Einstimmung kaum sein, als mit einem Tacos-Bausatz.

Das tolle Konzept des Mycelium Netzwerks ermöglicht das Café Rost und einige andere Community-basierte Leben. Und Felix hat fantastisch gekocht!

Die Nacht ist kurz, der Zug fast pünktlich, Katrin treffen wir im ICE. Mit ihr werden wir 2 Wochen unterwegs sein, bevor wir ihren Geburtstag am Strand feiern werden. Sie kennt Costa Rica bereits gut, und mit ihr hat Anja unsere Reiseroute ausbaldowert. Ich latsch eigentlich nur ahnungslos hinterher und knipse, was mir vor die Kamera flattert. Auch mal angenehm, die Planung in so sicheren Händen zu wissen.

Der letzte Flug ist schon 7 Jahre her, so ist es immer ein Abenteuer, in Frankfurt erst recht. Neuerdings kann man sogar Getränke durch die Gepäckkontrolle mitnehmen! Vor lauter Rucksack sind wir kaum zu sehen, und am Bauch tragen wir den Tagesrucksack als Handgepäck. Leider hab ich die langersehnte Tastatur im großen Rucksack, so bin ich jetzt doch wieder mit dem 2-Daumen-System eigebremst. Morgen dann 🙂

Tatsächlich war der Flug bisher sehr unspektakulär. Keine Verspätungen, alle Pässe und Papiere da, keine fiese Gepäckkontrolle… Sogar der Kaffee ist gut. Besser so, denn wenn ich hier viel zu berichten hätte, wäre das Amusement ziemlich einseitig beim Leser. Puh.

Der Blechvogel wirkt immer so klein – bis jemand daneben steht. Vielleicht sind die Leute in Südhessen auch einfach sehr klein. Aber der Vogel hat dann doch ne Spannweite von 60 Metern und wiegt, vollgefuttert, bis zu 250 Tonnen.

Auf der flachen Karte wirkt es unsinnig, über Toronto zu fliegen. Auf der Kugel ergibt es mehr Sinn. Über die USA wäre es praktischer, aber da setzen wir derzeit keinen Fuß auf den Boden. Der Flug ist lang. In den Jahren hat sich doch was getan, vor allem ist die Filmauswahl überwältigend! Die elektronisch abblenden Fenster kannte ich auch noch nicht.

Toronto empfängt uns mit zarten -15°C, also sehr gemäßigt für kanadische Verhältnisse. Vorgestern waren es noch -25°C! Hier entdecken wir schon den ersten Vogel, aber wieder nur aus Blech. „Saftlecker“ ist tatsächlich ein Vogelname.

Anja hat natürlich doch ein Federvieh erspäht, ein Star. Für Aufregung sorgt das nich nicht, nur angenehme Ablenkung, während wir die 6 Stunden bis zum Anschlussflug verdödeln müssen. Freddies würden helfen, abder die gibt es hier natürlich nicht. Daheim ist es schon tiefe Nacht, hier sagt der Körper, dass der Mond arg hell scheint. Ist halt auch noch die Sonne.

Kanadier sind ausgesprochen freundlich, höflich und hilfsbereit, und halten, was die Memes versprechen. Da kann ich verstehen, dass Menschen hierher auswandern.

Wir vertrödeln jetzt noch ein wenig Zeit und vertrauen darauf, dass unsere großen Rucksäcke umgeladen werden. Es ist hier deutlich gemütlicher und ruhiger als in Frankfurt. Aber gleich wird es vielleicht ein bisschen aufregend: wir gehen jetzt auf Jagd nach Mampf!

Packen, Dokus und Orakel

Gute Nachricht: Anja darf mitkommen. So hat Kanada entschieden und ihr eine Reiseerlaubnis erteilt, puh. Wär sonst schade gewesen, denn Uwe hätte alleine niemals die vielen Vögelchen bestimmen können. Dann erfüllt sich das Orakel vielleicht, das ich gestern aus einem Glückskeks gezogen habe

Und noch ne gute Nachricht: dieser Beitrag ist der Erste, den ich mit einer Tastatur mit 10 Fingern schreibe. Die ist klein da faltbar, leicht, praktisch – und hat nur einen Flaw, der ist dafür richtig mies: das „B“ ist auf der rechten Seite der Faltkante, und so muss ich 10-Finger-Tipper jetzt das „B“ mit dem rechten Zeigefinger statt mit dem linken Tippen. Aber hey, ich kann mit mehr als nur den Daumen schreiben! 1234567890. Das wird gut.

Zur Einstimmung haben wir ein paar Dokus geschaut, und die 2 schönsten wollen wir gern teilen.

Zahlen, Fakten, Geschichte: 20 Minuten Überblick und Hintergründe

https://www.arte.tv/de/videos/114573-001-A/mit-offenen-karten/

Unterwegs mit einer Biologin und Wildtierärztin mit vielen schönen Bildern und Geschichten in 43 Minuten.

https://www.zdf.de/play/dokus/terra-x-faszination-erde-mit-hannah-emde-dokureihe-100/terra-x-faszination-erde-mit-hannah-emde-costa-rica-das-pure-leben-doku-100

Das Wetter ist grau, es regnet, wir packen. Viel kann nicht mit, schließlich sind wir mit dem Rucksack unterwegs und haben nur für einige Tage ein Auto. Uwe ist ja eher reisefiebrig, und je mehr Zeit vergeht, desto größer wird der Stapel, der in den Rucksack soll. Kompensation der Ungewissheit. Zum Glück hilft Anja beim Aussortieren, sonst wären wir am Ende völlig overequipped. Wie in Norwegen, nur dass diesmal kein Fahrrad die Last trägt, sondern alles die Schultern schultern. Ääh.

Von Impfungen, Visa, und Vogelführern

Noch 10 Tage. Der Plan ist lange schon gefasst, der Flug bereits vor einem halben Jahr gebucht. Die ersten Abende mit Reiseplanung zugebracht, der Reiseführer studiert. Viele Unterkünfte und Guides gebucht, ein Auto für ne Woche gemietet, und Moskitonetze organisiert. Das Buch, welches die 850 in Costa Rica heimischen Vögel beschreibt, ist vom Couchtisch nicht mehr wegzudenken.

Impfungen braucht es auch ein paar – aber wirklich schlimme Krankheiten gibt es dort zum Glück nicht. Der eine oder die andere soll vom Reisefieber gepackt worden sein. Uwe ist noch ganz im winterlichen Mitteleuropa mit Büroatmosphäre und Holzmachen im Wald verhaftet, gedanklich noch gar nicht am Reisen. Anja hat bereits alles studiert und freut sich riesig auf die vielfältigen Landschaften, hunderte Vogelarten, dazu Nasenbären, und vor allem Freddies. Was ein Freddy ist? Das verraten wir, sobald wir eines vor der Linse haben.

Kanada ziert sich noch etwas mit dem Visum, welches wir für die Durchreise benötigen. Was in Minuten erledigt sein sollte, zieht sich schon 2 Wochen. Allmählich wird es eng. Eine Inquiry haben wir bereits angestoßen, man bittet uns um Geduld. Hmja. Drückt uns die Daumen, dass das noch klappt.

Aufgeregt ist hier niemand. Anja nicht, weil sie sich auf solche Reisen völlig unaufgeregt freuen kann, und Uwe nicht, weil er noch gar nicht realisiert hat, was wir da vorhaben.

Und jetzt ist sogar der Reiseblog aufgesetzt, und der erste Beitrag verfasst. „Lame!“ schreit ihr? Ja natürlich ist das hier noch langweilig. Spannend wird es wohl erst, wenn wir unterwegs sind. Bis dahin… Geduld!

Mit dem Rad zwischen Fjord und Fjell – ein Resümee

Jeder Tag ne andere Farbe, Cheats gestrichelt. Hier geht das gerade nicht besser. GPX Track kommt noch, und auch andere Karten. Gerne auch anfragen. Für heute muss das genügen. Hier die Karte in hoher Auflösung.

Ich bin in 6 Wochen eine 8 gefahren, oder eher ein &-Zeichen rückwärts. Also: In Oslo im Osten gestartet, dann in den Südwesten an den Lysefjord. Von dort hoch gen Nordosten entlang des Hardangerfjords und zweimal über den Sognjefjord, weiter zwischen Jostedalsbreen und Jøtunheimen hindurch nach Lom. Dann nach Westen an den Nordfjord und möglichst nah am Jostedalsbreen nach Süden, zurück über den Sognefjord. Die Hardangervidda nördlich gestreift und dann im Osten und Süden eng umrundet, bis das Setesdal mich nach Süden führt, und zum Abschluss nach Osten an den See Bandak. Puh.

RoutenplanungTag 1Tag 10Tag 20Tag 30

Gewählt habe ich all die kleinen, ruhigen Straßen zwischen Fjord und Fjell. Es sollte bergig sein und viele Landschaftswechsel haben, an den höchsten Bergen und tiefsten Fjorden vorbeiführen, ohne von zu viel lästigem Verkehr abgelenkt zu werden. Wo große Tunnels darauf warten, Autos zu verschlingen, fuhr ich über alte, einsame Pässe. Küste, Inland und Städte interessierten mich diesmal gar nicht. Norweger, denen ich die Strecke beschrieb, meinten, ich hätte viele der schönsten Teile Norwegens gesehen, die man per Straße erreichen kann. Und ich würde alles gern nochmal fahren und sehen.

Zahlen, Daten, Fakten
An 33 von 41 Tagen gefahren
1.955 Kilometer, davon etwa 35 in Tunnels
27.717 Höhenmeter: 3 mal der Mount Everest, oder 154 mal der Branich
115 Stunden 36 Minuten am Fahren
240 Höhenmeter pro Stunde Fahrzeit geklettert
1 gebrochener Seitenständer, 1 Zinken aus der Gabel gebrochen, sonst keinerlei Defekt oder Panne

30 mal im Zelt geschlafen, 10 mal in einer Hytta
7 mal Fähre gefahren, 1 mal Zug, 2 mal per Anhalter durch für Radls verbotene Tunnels
Ein Dutzend Reiseradler getroffen, mit 2 Rennradlern zusammen 3 Pässe erklommen
5 Stabkirchen besucht

Mampf & Schlürf
7 Laibe Brot
6 Packungen Müsli
5 Gläser Marmeladen und 5 Gläser Erdnussbutter
6 Blöcke Käse á 500g
3 Packungen Marzipan á 400g
5 Flaschen Öl á 500ml ins Abendessen gekippt
6 Flaschen Sirup, Blaubär und schwarzer Johannisbär
82 Beutel Schwarztee aufgebrüht
4 Bier genossen (3 davon spendiert bekommen)
Eineinhalb Dutzend Liter Orangensaft, dito Packungen Kekse
Abertausende Kichererbsen und Erbsen
Ungezählte, weil unzählige, Süßteilchen und Kaffee zwischendurch

Begegnungen
Dies sind diejenigen, mit denen ich Zeit verbracht habe, Gespräche geführt habe, Etappen gefahren bin, oder die mir geholfen haben. Überdies bin ich vielen weiteren tollen Menschen begegnet, mit denen ich mich ausgetauscht habe.
Thomas & Tina
Hannes
Matthias & Filiz
Eva & Partner
Michael & Dagmar
Tor Ove
Norbert & Elke & Casjen & Seya
Eirik
Bernice & Rick
Frank & Yvonne
Heidi & Petro
Aina
Corentin, Chloe & Guillaume
Roar
Justin
Marita
Per Morten & Beata, Ove & Mette
Borghild
Aron
Romain & Clarisse

Aber warum Fahrrad, ausgerechnet in Norwegen, wo es doch nie flach ist? Zu Fuß kommt an an die tollsten Stellen, aber kann immer nur ein kleines Fleckchen auf der Landkarte erkunden. Mit dem Auto ist man wuuusch viel zu schnell und hält doch zu selten an. „Hast Du das gesehen rechts, der Bach? Der war schön!“ – „Häh? Oh, nein, verpasst, schade.“ Mit dem Velo hat man das richtige Tempo, um die Landschaft sich entfalten zu sehen. Man ist so langsam, dass man alles aufnimmt, stets anhalten kann, jederzeit pausieren kann. Und trotzdem legt man so große Strecken zurück, dass die Landschaft sich verändert. Zudem ist es leise. Und man ist draußen, atmet die Luft, erduftet den Wald, fühlt den Wind. Und jedes Fjell ist hart erarbeitet, der Körper belohnt den willigen Geist mit reichlich Glücksgefühlen. Mein Ziel waren nie Orte, sondern das Erleben während der Fahrt. Wenn ich ankam, hatte ich selten das Bedürfnis, noch etwas sehen zu müssen oder erkunden zu gehen, denn das habe ich ja bereits den ganzen Tag gemacht. Ich würde diese Reise jederzeit wieder so tun.

Als Reiseradler genießt man besonderen Status. Fremde Menschen schauen und grüßen, Autos überholen mit reichlich Abstand, Leute helfen gern, ich komme schnell ins Gespräch und werde oft angesprochen. Anfangs hatte ich Sorge um meine Packtaschen und Sachen, aber das verflog – je größer die Stadt, desto vorsichtiger sollte man dennoch sein. Gerade hier, wo es nicht so viele Verrückte gibt, die sich das antun wollen, ist man eine Ausnahme, aber auch daheim bei der kleinen Testtour habe ich bereits erfahren dürfen, dass Reiseradler die Welt anders erleben dürfen und andere Begegnungen haben, viel Freundlichkeit und Offenheit erfahren. Gerade alleine zu reisen hat viele Begegnungen ermöglicht, auch die mit mir selbst. Das alles war eine wirklich tolle Erfahrung.

Ich habe viel über Norge gelernt. Verstehen tue ich hier noch lange nicht alles, vieles ist mir gar ein Rätsel. Die Sprache rudimentär snakken zu können hat vieles erleichtert und verständlicher gemacht, nicht nur die Zutatenliste von Mampf im Supermarkt bei der Wahl des Dinners. Ich habe nicht nur die Landschaft erfahren, sondern auch ein Stück weit das Land kennen gelernt – mehr als ich erwartet hatte.

Mein Ziel, den Kopf frei zu kriegen, hab ich definitiv erreicht. Jetzt bin ich erst einmal erlebnismüde. Der Körper schaltet in Regenerationsmodus und verlangt nach Wärme, Tee, Sofa und Keksen. Und Marzipan, natürlich. Der Kopf verlangt nach Ruhe, bitte nichts Neues jetzt. Da gibt es wohl noch ne Menge zu verarbeiten. Wenn ich die Augen schließe und an die vergangenen Wochen denke, blitzen tausend schöne Bilder und Erinnerungen auf, alle mit Gefühlen und Namen und Erlebnissen verknüpft.

Dieser Blog diente mir als Tagebuch, und ich werde die Einträge und Bilder sicher einige Male durchgehen. Was daraus entsteht, und wie weit mich das verändert haben mag, wenn überhaupt, das wage ich heute gar nicht abzuschätzen. Danke für alle Unterstützung, Nachrichten, Fragen und Anregungen. Ich mag zwar alleine unterwegs gewesen sein, einsam war ich aber selten. Jetzt freue ich mich darauf, altbekannte Freunde wieder zu treffen und zu erfahren, was inzwischen so alles passiert ist.

Der Gråskjegg verabschiedet sich. Dies war mein erster Reiseblog, jedoch sicher nicht mein letzter.